Rohkakao vs. Backkakao: Das ist der Unterschied einfach erklärt

Kakao-Wissen

Rohkakao vs. Backkakao: Das ist der echte Unterschied

Wenn du schon mal versucht hast Kakao zu bestellen hast du vielleicht schon bemerkt, dass es viele unterschiedliche Arten von Kakao gibt. 

Rohkakao und Backkakao sind dabei übrigens wirklich nicht das Gleiche. Der wichtigste Unterschied liegt in der Verarbeitung der Kakaobohnen.

Backkakao – also das klassische Kakaopulver, das du zum Backen verwendest – wird aus gerösteten Kakaobohnen hergestellt. Nach der Ernte werden die Bohnen fermentiert, getrocknet und anschließend geröstet. Erst danach werden sie zu Kakaopulver weiterverarbeitet.

Der Begriff Rohkakao ist in der EU nicht genau definiert. Üblicherweise wird er allerdings nicht ganz so stark geröstet. Die Bohnen werden zwar ebenfalls fermentiert und getrocknet, aber anschließend nur schonend verarbeitet. Häufig geschieht das bei Temperaturen unter 45 °C, sodass der Kakao möglichst naturbelassen bleibt. Geröstet wird er dennoch, somit ist das Wort "roh" in dem Zusammenhang etwas irreführend. Roh als Attribut bezieht sich darauf, dass das Produkt auf nicht mehr als 45°C erhitzt werden darf. Erhitzt wurde es dennoch. Ob die Unternehmen, die mit "Rohkakao" werben, ihren Kakao wirklich nur bis 45 Grad erhitzen, ist oft unklar. Denn der Begriff "Rohkakao" selbst ist nicht geschützt.

Genau dieser Verarbeitungsschritt macht den Unterschied:
Während Backkakao durch die Röstung ein intensiveres, oft herberes und viel bittereres Aroma entwickelt, bleibt Rohkakao geschmacklich milder und kann zum Beispiel blumig oder karamellig schmecken. Denn wie bei Kaffeebohnen haben auch die verschiedenen Kakaobohnen die unterschiedlichsten Geschmacksnoten.

Wenn du also „normalen“ Kakao kaufst, handelt es sich in den meisten Fällen automatisch um gerösteten Kakao, sprich Backkakao, auch wenn das nicht immer direkt auf der Verpackung steht.

Wir erklären dir hier die Unterschiede:

  • Unterschied zwischen Rohkakao und Backkakao
  • Ob Rohkakao und Kakaopulver das Gleiche sind
  • Ob du Rohkakao zum Backen verwenden kannst
  • Welche Variante besser zu dir passt

Was ist der Unterschied zwischen Backkakao und Kakaopulver?

Oft steht in Rezepten explizit, dass du Backkakao verwenden sollst. Das legt die Vermutung nahe, dass es auch "normales" Kakaopulver gibt.  Viele denken demnach, dass Backkakao und Kakaopulver zwei unterschiedliche Produkte sind. Tatsächlich gibt es hier aber kaum einen Unterschied.

 

Backkakao ist im Grunde nichts anderes als Kakaopulver, das speziell für die Verwendung beim Backen gedacht ist. Beide werden aus Kakaobohnen hergestellt, die nach der Ernte fermentiert, getrocknet und anschließend geröstet werden. Danach wird ein Teil der Kakaobutter entzogen und die verbleibende Masse zu feinem Pulver vermahlen.

Der Begriff „Backkakao“ beschreibt also eher den Verwendungszweck als ein eigenes Produkt.

Ein wichtiger Punkt ist jedoch der Fettgehalt: Backkakao ist häufig stark entölt. Dadurch enthält er weniger Fett und hat einen intensiveren, oft etwas herberen Geschmack. Genau das macht ihn ideal für Kuchen, Brownies oder Desserts, bei denen ein kräftiges Kakaoaroma gewünscht ist.

Wenn auf der Verpackung einfach nur „Kakaopulver“ steht, handelt es sich in der Regel ebenfalls um gerösteten Kakao. In vielen Fällen wurde dieser zusätzlich alkalisiert, also mit Säureregulatoren behandelt. Dadurch wird der Geschmack milder und die Farbe dunkler, was besonders in der industriellen Verarbeitung üblich ist.

Für dich bedeutet das: Der Unterschied liegt weniger im Produkt selbst, sondern vor allem in der Verarbeitung und im Einsatzzweck.

Ist Rohkakao besser als Backkakao?

Kakao enthält eine Vielzahl an wertvollen Inhaltsstoffen und kann eine sinnvolle Ergänzung als Teil einer ausgewogenen und Gesunden Ernährung sein.

Besonders relevant sind dabei die sogenannten Flavanole. Diese sekundären Pflanzenstoffe gehören zur Gruppe der Polyphenole und sind für ihre antioxidativen Eigenschaften bekannt. Sie können dazu beitragen, die Blutgefäße elastisch zu halten und die normale Durchblutung zu unterstützen. Genau das ist auch der einzige offiziell zugelassene Health Claim für Kakao in der EU.

Neben Flavanolen liefert Kakao wichtige Mineralstoffe wie Magnesium, das eine Rolle für Muskeln, Nerven und den Energiestoffwechsel spielt, sowie Eisen, das für den Sauerstofftransport im Blut benötigt wird. Auch Kalium, Zink und Ballaststoffe sind in nennenswerten Mengen enthalten.

Rohkakao wird häufig als „gesünder“ dargestellt, weil er nicht geröstet wird und dadurch hitzeempfindliche Inhaltsstoffe teilweise besser erhalten bleiben können. Das betrifft vor allem bestimmte Antioxidantien wie Flavanole. Gleichzeitig ist die Studienlage hier nicht eindeutig: Es gibt keine klaren Belege dafür, dass Rohkakao grundsätzlich gesünder ist als gerösteter Kakao.

Um den Unterschied besser zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die Definitionen:
Laut Kakaoverordnung wird „Kakaopulver“ immer aus gerösteten Kakaobohnen hergestellt. Das bedeutet: Wenn auf der Verpackung einfach „Kakao“ oder „Kakaopulver“ steht, handelt es sich automatisch um ein geröstetes Produkt. Rohkakao hingegen ist rechtlich nicht klar definiert, wird aber üblicherweise als Kakao verstanden, der nach der Fermentation und Trocknung nicht stark geröstet wurde.

Geschmacklich zeigt sich ebenfalls ein Unterschied. Rohkakao wird oft als milder, leicht nussig oder malzig beschrieben, während gerösteter Kakao ein intensiveres, bitteres Aroma hat.

Wichtig ist an dieser Stelle: Aussagen, dass Rohkakao Krankheiten vorbeugen oder heilen kann, sind wissenschaftlich nicht ausreichend belegt und für Lebensmittel auch nicht zulässig. Beide Varianten – roh und geröstet – können die positiven Eigenschaften von Kakao enthalten, sofern sie ausreichend Flavanole liefern.

Was Rohkakao dennoch besonders interessant macht, ist seine Verwendung als Getränk. Wenn du mit Kakaomasse arbeitest, die noch die natürliche Kakaobutter enthält, entsteht eine angenehm cremige Konsistenz. Anders als klassische Trinkschokolade enthält sie keinen zugesetzten Zucker, liefert aber gleichzeitig wertvolle Inhaltsstoffe. Oft enthalten diese Fertigprodukte bis zu 80 Prozent zugesetzten Zucke. Mit Kakao hat das wenig zu tun.

Damit ist Rohkakao für viele eine spannende Alternative zu Kaffee. Kaffee enthält relativ viel Koffein, das zwar kurzfristig wach macht, aber auch das Nervensystem stimuliert und bei empfindlichen Menschen Unruhe oder Nervosität auslösen kann.

Kakao enthält dagegen deutlich weniger Koffein, dafür aber Theobromin. Dieser Pflanzenstoff wirkt ebenfalls anregend, jedoch milder und länger anhaltend. Viele beschreiben die Wirkung als „klarer“ und gleichmäßiger. Ohne den typischen schnellen Energieschub und anschließenden Abfall, wie er bei Kaffee auftreten kann.

Wenn du also nach einer Alternative suchst, die wach macht, gleichzeitig aber Genuss und eine gewisse Nährstoffdichte mitbringt, können wir dir Kakao empfehlen. 


Häufige Fragen zu Rohkakao und Backkakao

Sind Rohkakao und Backkakao das Gleiche?
Nein, Rohkakao und Backkakao unterscheiden sich vor allem in der Verarbeitung. Backkakao wird aus gerösteten Kakaobohnen hergestellt, während Rohkakao nicht so stark geröstet wird und dadurch weniger verarbeitet ist.

Kann man Rohkakao zum Backen verwenden?
Ja, du kannst Rohkakao genauso zum Backen verwenden wie Backkakao. Geschmacklich ist er meist etwas milder und weniger bitter. Beim Backen wird er allerdings erhitzt, wodurch die Rohkostqualität verloren geht.

Was ist der Unterschied zwischen Backkakao und Kakaopulver?
Es gibt praktisch keinen Unterschied. Backkakao ist einfach Kakaopulver, das speziell zum Backen verwendet wird. Beide bestehen in der Regel aus gerösteten Kakaobohnen.

Ist Rohkakao gesünder als normaler Kakao?
Rohkakao enthält viele wertvolle Inhaltsstoffe wie Magnesium, Eisen und Flavanole. Durch die fehlende Röstung können einige hitzeempfindliche Stoffe besser erhalten bleiben. Allerdings gibt es keine eindeutigen wissenschaftlichen Belege, dass Rohkakao grundsätzlich gesünder ist als gerösteter Kakao.


Fazit: Rohkakao vs. Backkakao einfach erklärt

Rohkakao ist ungeröstet und minimal verarbeitet, während Backkakao aus gerösteten Kakaobohnen hergestellt wird und meist stark entölt wird. Als Getränk schmeckt ein Rohkakao, welcher die Kakaobutter noch enthält, weitaus besser. Das liegt vor allem daran, dass die Noten der unterschiedlichen Kakaobohnen besser herauskommen und dass er so schön cremig wird.

Beide haben ihre Berechtigung, entscheidend ist, was du daraus machen möchtest.

Wenn du Wert auf Natürlichkeit legst, ist Rohkakao die bessere Wahl.